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Vom Installateur zum Kundenberater


Zur Erfolgsgeschichte "Vom Installateur zum Kundenberater"

Ich bin mit der neunten Klasse abgegangen. Ich habe dann verschiedene Praktika gemacht, z.B. im Baumarkt und bei einer Gebäudereinigung. Aber das war alles nichts für mich. Dann war ich auch hier bei meinem heutigen Arbeitgeber im Praktikum. Da war der Senior noch der Chef. Mir hat es gleich gefallen und da habe ich die Lehre hier angefangen. Etwas Handwerkliches wollte ich ja auf jeden Fall machen. Meinen Hauptschulabschluss, also die 10. Klasse habe ich dann während der Lehre gemacht. Da gab es hier damals hier damals so ein Programm.

Mir hat gefallen, dass einem hier sehr schnell Verantwortung übertragen wird. Schon im dritten Ausbildungsjahr hat mich der Chef gefragt, ob ich eine Baustelle übernehmen will. Das Vertrauen fand ich toll. Ich habe dann nach Abschluss der Ausbildung Baustellen geleitet. Natürlich auch mit Rohre schleppen und so. Aber eben auch die Verantwortung, dass alles gut läuft.


Mit 38, da hatte ich dann einen Bandscheibenvorfall. Da habe ich gedacht, jetzt musst du etwas anders machen. Ich habe mir im Fitness-Studio einen Trainer genommen und habe mir ein Trainingsprogramm erarbeitet. Und ich bin immer dabei, wenn hier Unternehmen die Events stattfinden, die mit der Gesundheitsprävention. Und heben und Tragen, das mache ich immer nur noch so, wie wir es gezeigt bekommen haben.


Mir ist dann langsam klar geworden, auch wenn ich selbst etwas für meinen Rücken tue: Das Beste wäre, ich müsste nicht mehr so schwer tragen. Denn ich will mich nicht im Beruf verschleißen. Ich will auch nach der Arbeit leben und schließlich von auch nach der Rente noch etwas von meinem Leben haben. Und ich wollte auch beruflich vorankommen. Ein Unternehmenswechsel kam für mich aber nicht in Frage.


Bei uns ist es ja so, dass in den Mitarbeitergesprächen immer auch darüber gesprochen wird, was man für Unterstützung in Hinblick auf Qualifikation braucht und dann wird das eben organisiert. Und wenn man eine Idee hat, dann wird gesagt, dann mach das mal. So ist das ja mit der Kundenberatung auch entstanden. Als die Juniorchefs das Unternehmen übernommen haben, wurde immer mehr Wert auf Kundenservice gelegt, und es sind ja auch immer neue Geschäftsfelder hinzugekommen. Und da habe ich dem Chef gesagt, das wäre etwas für mich. Er hat gesagt, dann mach mal. Und so hat das angefangen. Da habe ich alle möglichen Hygienevorschriften mit nach Hause genommen und Produktbeschreibungen und gelesen und gelesen. Am Anfang ging es ja nur darum, dem Kunden zu erklären, was von seinen Vorstellungen geht und was nicht geht. Das ist dann immer komplexer geworden. Heute fahre ich zum Kunden, z.B. wenn der ein Bad haben möchte, und schaue mir erst mal die baulichen Gegebenheiten an und versuche herauszufinden, was der Kunde eigentlich will. Das ist ja nicht immer ganz leicht. Dann entwerfe ich ihm sein Bad, einschließlich von Material- und Ausstattungsvorschlägen. Und wenn der Kunde möchte, fahren wir dann gemeinsam einkaufen oder ich kaufe ein.


Ich habe da gerade so ein Projekt, da wollte der Kunde unbedingt etwas in Sandstein. Da sind wir zusammen losgefahren. Und das ist gut, weil man im Auto die Zeit hat, dem Kunden zuzuhören, dann weiß man, was er wirklich will. Ja, und dann bauen wir ihm sein Bad. Er braucht sich um nichts zu kümmern, denn wir haben ja alle Gewerke bei uns im Haus.


Vom Heizungs- und Sanitärinstallateur zum Kundenberater – war das wirklich so einfach? Und was haben die beruflichen Erfahrungen genutzt?


Ich bin da ja quasi so reingewachsen. Vom Handwerk verstehe ich etwas. Ich baue ja gerade auch mein Haus größer. Viele Dinge, die neu waren, wie Hygienevorschriften, Wartungs- und Prüfarbeiten, da habe ich mir Vieles selbst erarbeitet. Und bei uns ist das ja kein Problem, wenn ich sage, ich möchte mal zu dieser oder jener Schulung, dann kann ich das machen.


Vielleicht haben Sie sich ja bislang an manchen Stellen in unserem Erzähler wiedergefunden. Sie arbeiten in einem Unternehmen, in dem die Arbeit wirklich Spaß macht. Die Zusammenarbeit ist gut. Das Klima zwischen Chef und Belegschaft stimmt. Trotzdem spüren Sie, dass Ihnen Ihre Arbeit mit den Jahren schwerer fällt. Möglichweise geht es Ihnen ähnlich wie unserem Erzähler, Sie spüren schon die ersten körperlichen Beschwerden oder haben das Gefühl, lange hält das meine Seele nicht mehr aus.


Es ist nicht leicht, dann selbst im Unternehmen nach beruflichen Alternativen zu suchen. Insbesondere dann, wenn es ein kleines Unternehmen ist. Doch unser Erzähler hat die Erfahrung gemacht, dass eine Idee zur Erweiterung der Geschäftsfelder des Unternehmens gepaart mit der Bereitschaft, sich für diese Idee selbst zu engagieren, eine berufliche Perspektive eröffnen kann. Heute sieht er seine veränderte Arbeit und seine Verantwortung dafür so:


Sicher muss ich auch noch manchmal Kessel reinigen, wenn gerade Not am Mann ist, oder die Anlagen von Schwimmbädern überprüfen und solche Dinge. Aber das mit der Kundenberatung, das macht mir richtig Spaß. Das will ich ausbauen. In den nächsten Tagen werde ich mich darum kümmern, dass diese Beratungsleistungen mit Beispielen für Entwürfe und fertige Bäder ins Internet gestellt werden.


Wahrscheinlich sind Sie kein Heizungs- und Sanitärinstallateur. Doch vielleicht arbeiten Sie auch in einem Beruf, bei dem Ihre Fähigkeiten von anderen gern für Hilfeleistungen nach Feierabend in Anspruch genommen werden oder auch für Sie selbst und die eigene Familie. Diesen Rat möchte Ihnen unserer Erzähler auf Ihre Entdeckungsreise des des Nachdenkens über Ihren Beruf und Ihre Lebensgestaltung mitgeben:


Das mit dem Hausanbau, das ist eher die Freude am Basteln. Ist doch schön, wenn da eine Mauer steht, die ich selbst gebaut habe, und dann wird gesagt: Steht ja richtig gerade, hast Du toll gemacht. Aber das ist nicht mein Lebensinhalt. Wenn ich nach Hause komme, z.B. gestern, da tobe ich auch mal den ganzen Abend mit dem Jungen oder wir essen zu dritt gemütlich Abendbrot. Da kann dann anrufen wer will und fragen, ob er mal vorbeikommen kann, er hätte da ein Problem. Da sage ich, morgen können wir das vielleicht ins Auge fassen.


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